Genug Reichweite für jeden Zweck: Ab heute auch für „Otto-Normalos“.

Der „Tesla S“ wurde bisher immer als das einzige Elektroauto mit richtig brauchbarer Reichweite genannt, so dass man angstfrei jederzeit in alle Richtungen losfahren kann. Schade nur das das Fahrzeug so teuer ist.

Diese Zeiten sind vorbei. Aus „Reichweitenangst“ wird im täglichen Betrieb „Reichweite? Ist mir heute egal. Wird schon hinkommen.“

Inzwischen ist die Zeit gekommen, die auch für „Normale Menschen“ gute Reichweite möglich macht. Viele große Hersteller haben typische Kleinwagen und Mittelklasseautos mit reinem  Elektroantrieb mit vernünftigen Preisen ungefähr auf dem Niveau anderer Neuwagen mit richtig guter Reichweite herausgebracht oder schon ausgeliefert. Hier eine Auswahl:

Opel Ampera-e: Wurde am 29.9. vorgestellt, Alltagsreichweite dürfte sich irgendwo um die 350 bis 400 Kilometer bewegen.

Renault ZOE „neue Akku-Version“: Der verbesserte Akku mit doppelter Kapazität bei gleicher Baugröße wurde am 28.9. vorgestellt, Alltagsreichweite um und bei 300 Kilometer.

Nissan LEAF „neue Akku-Version“: Schon seit Frühjahr 2016 erhältlich, daher weiß man aus Fahr-Erfahrungen aus Norddeutschland schon: Alltagsreichweite im Sommer 220 Kilometer, im Winter werden es wohl um die 200 sein. Der neue Akku ist größengleich und kann daher auch in „alte“ LEAFs nachgerüstet werden. Preisbereich 30.000  bis 35.000 €.

BMW i3 „neue Akku-Version“: Etwas teurer als die Anderen – aber eben auch ein richtiger BMW. Die Version mit verbessertem Akku kann beim Händler bestellt werden, und dazu gibt es auch ein schnelleres Ladegerät. Alte Fahrzeuge sind nachrüstbar (nur der Akku, aber nicht das Ladegerät). Alltagsreichweite mindestens 200 Kilometer.

VW e-Golf (in der Version ab Herbst 2016): Alltagsreichweite mindestens 200 Kilometer. Ansonsten eben ein Golf, genau wie man es erwarten würde. VW liefert nur noch e-Golfs mit der verbesserten Reichweite aus, im Unterschied zu den anderen Herstellern ist der „alte“ Akku nicht mehr im Programm.

Wichtiger Hinweis: Die Reichweitenangaben der Hersteller nach „NEFZ“ sind bei Elektroautos noch unrealistischer als bei Verbrenner-Autos. Die oben aufgeführten Reichweiten sind daher vorsichtig abgeschätzte, realistische Reichweiten im Alltag, ohne ständig auf „ich muß jetzt sparsam fahren“ achten zu müssen. Bei vorsichtiger Fahrweise geht da auch noch etwas mehr. Die Hersteller schreiben größere Zahlen als hier stehen (und müssen das auch tun, da sie zur Angabe nach NEFZ verpflichtet sind).

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„Aber das Klima hat sich immer schon verändert“

Menschgemachter Klimawandel hin oder her – Veränderungen des Klimas gab es immer schon.

Aber noch nie so schnell und drastisch wie zur Zeit.

Randall Munroe hat das in seinem Webcomic „XKCD“ nun sehr schön dargestellt:

Earth Temperature Timeline

Die Grafik ist seeeeehr lang. Man kann sie nicht sinnvoll ausdrucken, nur online am Bildschirm anschauen. Ich empfehle, auch mal oberstes und unterstes Ende miteinander zu vergleichen.

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E-Auto klimafreundlich – aber was ist mit der Batterieherstellung?

Die Herstellung eines batterielektrischen Autos (nicht Hybrid, da sieht es anders aus) ist etwa 50% klimaschädlicher als die Herstellung eines Verbrennerautos. Grund ist der Aufwand für die Herstellung der Batterien.

Der Betrieb (also: Fahren) ist klimafreundlicher als bei einem Verbrenner – kein Auspuff. Das gilt sogar beim Betrieb mit „normalem“ durchschnittlichen deutschen Strom, auch wenn der Klimavorteil dann recht gering ist. Elektroautos ohne Ökostrom fahren ist zumindest nicht schlechter als Benziner oder Diesel zu fahren und wird mit dem Ausbau der Erneuerbaren langsam immer ökologischer, ganz automatisch.

Als Richtwert kann gesagt werden:

  • Ein Elektroauto mit normalem Strom betrieben hat nach 200.000 km Fahrt die Klimabelastung der Batterieherstellung durch klimafreundlicheren Betrieb wieder eingespielt (Vergleichsfahrzeug ist ein Diesel). Ab dann beginnt die Klimaschonung.
  • Ein Elektroauto mit 100%-Ökostrom betrieben hat nach 20.000 km Fahrt die Klimabelastung der Batterieherstellung durch klimafreundlicheren Betrieb wieder eingespielt. Ab dann beginnt die Klimaschonung. Also typischerweise nach etwa eineinhalb Jahren.

Wer weniger als 20.000 km im Autoleben fährt braucht sowieso keins sondern fährt mit Leihwagen und Taxifahrten preiswerter.

Quelle: Helms, H. et al. (2016), „Weiterentwicklung und vertiefte Analyse der Umweltbilanz von Elektrofahrzeugen“

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Klimafreundlich Saft trinken

Saft ist lecker und gesund – und besteht hauptsächlich aus Wasser.

Wasser transportieren?

Wasser kommt fertig trinkbar überall aus der Leitung. Wasser durch ein Rohr zum Wasserhahn zu drücken braucht im Vergleich zum Transport von Wasser per LKW in den Supermarkt und dann per PKW nach Hause etwa ein tausendstel soviel (fossile und damit treibhausgaserzeugende) Energie.

Und die Schlepperei ist anstrengend.

Das haben auch die Hersteller von Orangensaft längst erkannt. Auch wenn die Orangen aus Florida oder Brasilien kommen – das Wasser im Orangensaft kommt aus der Abfüllfabrik. Tatsächlich per Schiff transportiert wird bloß das Orangensaftkonzentrat, ein Sechstel der Gesamtmenge des Saftes – das spart Geld und Faktor Sechs Sprit und Platz bei der Schiffsreise. Vor der Verladung ins Orangensaftkonzentrattankschiff wurde unter Vakuum das Wasser entzogen. In der Abfüllfabrik in Europa wird dann wieder Wasser dazugemischt.

Orangensaftkonzentrattanker "Carlos Fischer" - wie ein Öltanker, nur für Saftkonzentrat. Foto CC-BY-SA SteKrueBe

Orangensaftkonzentrattanker „Carlos Fischer“ – wie ein Öltanker, nur für Saftkonzentrat. Foto CC-BY-SA SteKrueBe

Wie denn dann?

Eine Abfüllfabrik, die nichts weiter tut als Konzentrat mit Wasser zu verrühren und in Flaschen zu füllen – überflüssig. Das kann man auch zu Hause.

Das Konzentrat, das die Abfüllfabrik benutzt, kann man auch selber kaufen und genau wie Getränkesirup eins zu fünf zu Hause in einer großen Flasche anrühren. Bloß kommt dabei kein Zuckerwasser wie beim Sirup raus sondern tatsächlich richtiger Fruchtsaft.

Saftkonzentrat in Kleinmengen gibt es Online bei mehreren Händlern (Bioware) – leider nicht im typischen Laden. Preislich kommt man bei etwa über 1 € pro Liter für klaren Apfelsaft heraus. Zwar nicht billiger als Aldi, aber das Endprodukt ist besser als der typische Billigsaft, und nebenbei ist es klimafreundlicher, und man hat sich auch noch viele leere Saftverpackungen gespart.

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Kreis Nordfriesland als Energie-Kommune des Monats ausgezeichnet

Kreis Nordfriesland baut Netz von Stromtankstellen aus und ist damit bundesweit Vorbild

Agentur für Erneuerbare Energien zeichnet den schleswig-holsteinischen Kreis Nordfriesland als Energie-Kommune des Monats aus

Berlin, 6. September 2016 – Damit die Elektromobilität im schleswig-holsteinischen Kreis Nordfriesland Fahrt aufnimmt, setzt die Kreisverwaltung seit 2010 vermehrt auf den Ausbau von Stromtankstellen. Und die mittlerweile vorbildliche Infrastruktur – insgesamt über 70 öffentliche Stromtankstellen – hat Erfolg: Im Kreisgebiet sind mehr als 200 elektrisch betriebene Kraftfahrzeuge angemeldet – viermal so viele wie im Bundesdurchschnitt. Aufgrund seines herausragenden Einsatzes für den Ausbau von Erneuerbaren Energien sowie von Elektromobilität zeichnet die Agentur für Erneuerbare Energien den Kreis Nordfriesland als Energie-Kommune des Monats aus.

»Der Kreis Nordfriesland zeigt vorbildlich, wie Kommunen Konzepte entwickeln können, um den in Erneuerbare-Energien-Anlagen erzeugten Strom im Verkehr zu nutzen«, unterstreicht Nils Boenigk, stellvertretender Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien.

Ziel: klimafreundlichster Kreis Deutschlands

»Die Küstenregionen werden den Klimawandel als erste zu spüren bekommen«, weiß Landrat Dieter Harrsen. »Daher setzen wir uns in Nordfriesland in besonderem Maße für den Klimaschutz ein.« Im Fokus stand bisher der Ausbau Erneuerbarer Energien – mit Erfolg: 2016 betrug die Stromproduktion aus Windkraft, Biomasse und Sonnenenergie bereits mehr als das Fünffache des eigenen Verbrauchs. Bis 2020 will Nordfriesland der klimafreundlichste Kreis Deutschlands werden.

Konzentration auf größte Einsparpotenziale

»Bei der Einsparung von Klimagasen konzentrieren wir uns derzeit auf die Bereiche mit den größten, bisher noch nicht gehobenen Potenzialen: Gebäudeheizung und Verkehr«, erklärt Harrsen. Die Elektromobilität verbindet die beiden Sektoren Strom und Verkehr. Es gilt das Motto: »Strom vom Deich statt Öl vom Scheich«.

Um den Nordfriesen den Umstieg auf die Elektrofahrzeuge zu erleichtern, unterstützt der Kreis alle Akteure beim Ausbau der Lade-Infrastruktur.

Ladesäulen von Dänemark bis Hamburg

Für die Zukunft wollen die Nordfriesen gemeinsam mit den südlichen Nachbarkreisen Dithmarschen, Steinburg und Pinneberg und der Projektgesellschaft Norderelbe auch ein umfängliches Netz von Schnellladesäulen entlang der gesamten Westküste von Dänemark bis Hamburg installieren. Fahrzeugbesitzer sollen ihren Akku dort innerhalb von rund 20 Minuten für die nächsten 100 bis 150 Kilometer aufladen können.

Quelle: Dies ist eine Pressemitteilung der Agentur für Erneuerbare Energien, Berlin.

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Schutzstreifen – was mache ich damit?

Beispielsweise in der Berliner Straße in Husum gibt es neuerdings einen Schutzstreifen für Radfahrer. Das Konzept stammt ursprünglich aus den Niederlanden und soll das schnellere Vorankommen von Radfahrern ermöglichen. Gleichzeitig erleichtert es Autofahrern das Abbiegen, da die Radfahrer besser zu sehen sind als auf einem Radweg.

Was macht man nun damit?

Schutzstreifen in der Berliner Straße, Husum

Schutzstreifen in der Berliner Straße, Husum

Als Autofahrer

Im „Normalfall“ fährt man am rechten Rand des Rests der Straße. Der Schutzstreifen soll frei bleiben.

In manche Straßen passt dann nur noch ein Auto, so dass man tatsächlich in der Mitte der Straße fährt. Das fühlt sich verkehrt an, ist aber richtig so.

Wenn zu breiter Gegenverkehr kommt können beide Fahrer auf den Schutzstreifen ausweichen – wenn er frei ist – oder müssen kurz warten – wenn auch noch eine Radfahrerin oder ein Radfahrer unterwegs ist. Nach dem Ausweichen geht’s wieder zurück in die Straßenmitte.

Kann man sich ganz einfach merken: Gestrichelte Linien, sowohl der Schutzstreifen als auch die ganz normale gestrichelte Mittellinie von Straßen, soll man normalerweise nicht überfahren. Zum Überholen oder Vorbeilassen ist es aber doch erlaubt. Das gilt für die Mittellinie genau wie für einen Schutzstreifen.

Parken auf dem Schutzstreifen geht gar nicht. Fahrradfahrer parken ihre Fahrräder ja auch nicht mitten auf der Fahrbahn der Autos.

Halten auf dem Schutzstreifen ist erlaubt – also maximal drei Minuten oder ohne Aussteigen. Mal schnell jemand aussteigen lassen oder Zigaretten aus dem Automaten holen ist also erlaubt. Brötchenholen nur wenn keine Warteschlange beim Bäcker ist.

Schutzstreifen gibt es regulär nur innerorts, außerorts bisher nur in einigen Landkreisen im Rahmen eines Modellversuchs, zum Beispiel in Stormarn.

Radfahrstreifen

Radfahrstreifen am Osterende in Husum, im Hintergrund auf der anderen Straßenseite ein Schutzstreifen

Radfahrstreifen am Osterende in Husum, im Hintergrund auf der anderen Straßenseite ein Schutzstreifen

Es gibt hin und wieder auch Radfahrstreifen, die haben eine durchgezogene Linie und Radsymbole. Ein Beispiel in Husum ist das Osterende vor der Kreuzung zur Innenstadt, hier gibt es einen Radfahrstreifen entgegen der Einbahnstraße. Diese durchgezogene Linie darf nicht mit dem Auto überfahren werden, auch nicht zum Überholen.

Der Seitenstreifen auf der B5 von Bredstedt bis Niebüll sieht zwar fast genauso aus wie ein Radfahrstreifen (dicke durchgezogene Linie ohne Fahrradsymbole) – darf aber kurz mit dem Auto benutzt werden, um Anderen das Überholen zu ermöglichen. Das ist leider nicht klar genug voneinander unterscheidbar, da muß man ein wenig genauer hinsehen.

Als Radfahrer

Im Schutzstreifen auf der jeweils rechten Seite fahren.

An Kreuzungen mit „Rechts vor Links“-Vorfahrtsregelung müssen auch die Radfahrer von rechts kommende Fahrzeuge vorlassen.

Fahren auf dem Bürgersteig ist verboten – übrigens überall, auch da wo kein Schutzstreifen ist. Fahren auf der „falschen“ Seite (also links) ist verboten und gefährlich (gilt auch auf Radwegen) – „Geisterradfahrer“ verursachen ein Drittel aller Unfälle.

Autos dürfen im Schutzstreifen halten (3 Minuten oder ohne Aussteigen), aber nicht parken. Autos dürfen bei zu breitem Gegenverkehr kurz im Schutzstreifen fahren, wenn kein Radfahrer kommt.

Wer mal andernorts Schutzstreifen auf größeren Straßen antrifft, zum Beispiel in Heide: Zum Abbiegen kann man sich in Abbiegespuren des Autoverkehrs einordnen und mit den Autos zusammen abbiegen. Das erspart das oft langwierige Warten an Fußgänger-/Radfahrerampeln.

Manchmal, in Deutschland selten, oft zum Beispiel in Großbritannien, führt der Schutzstreifen vor Ampeln an der Auto-Warteschlange vorbei in einen extra Wartebereich für Fahrräder vor den Autos (im Beamtendeutsch „vorgezogene Aufstellfläche“). Dann darf man während der Rotphase „vordrängeln“ und bei Grün als Erster über die Kreuzung. In diesem Wartebereich stellt man sich vor die Autos der entsprechenden Richtung, Linksabbieger also ganz nach links.

Sicherheit

Es fühlt sich vielleicht etwas ungewohnt und viel zu gefährlich an, mit den Autos zusammen auf der Straße herumzufahren statt auf einem eigenen Radweg.

Die viel bessere Sichtbarkeit gegenüber Autofahrern sorgt aber dafür, dass die tatsächliche Unfallgefahr auf dem Schutzstreifen eher geringer ist als auf einem eigenen Radweg. Komfortabler ist es auch (nicht holprig, zügig befahrbar, oft mit Vorfahrtsrechten wie Autofahrer, keine auf dem Radweg herumlaufenden Fußgänger, der Schnee wird geräumt).

Also los!

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Balkonkraftwerke – Strom zu Hause selber machen?

Was ist das?

Ein „Balkonkraftwerk“ ist eine ganz kleine Photovoltaikanlage, die nicht unbedingt auf dem Dach montiert wird, sondern eben, zum Beispiel, auf dem Balkon. Oder im Garten, oder es kommen Tischbeine unter das Solarmodul, damit es als Terassentisch dienen kann. Oder oder oder.

Der (entsprechend wenige) erzeugte Strom wird im eigenen Haushalt benutzt und braucht daher nicht beim normalen Stromversorger bezahlt werden.

Lohnt sich das?

Eher nicht bzw. nur über lange Zeit gesehen. Der auf einem typischen Balkon erzeugte Strom reicht, besonders im Winter, bei Weitem nicht aus um den ganzen Haushalt zu versorgen. Den Stromversorger braucht man also weiterhin. Wer unbedingt autark sein möchte schaut sich lieber nach einer „richtigen, großen“ Anlage um.

Der selbstgemachte Strom reduziert die gekaufte Strommenge und damit die Stromrechnung. Nach einigen Jahren sollte das Balkonkraftwerk seine eigenen Anschaffungskosten „verdient“ haben, ab dann wird gespart. Eine wirklich deutlich spürbare Stromkostensenkung ist nicht zu erwarten – ein kleiner Beitrag ist aber möglich.

Ist das erlaubt?

Im Prinzip erstmal Ja – es hängt davon ab was mit dem erzeugten Strom geschieht.

Balkonkraftwerke, die den Strom in einen eigenen Akku speichern und die Nutzung der Energie direkt aus dem Akku stattfindet (keinerlei Verbindung mit dem normalen Stromnetz) sind immer erlaubt. Es entstehen auch keinerlei Steuern oder Abgaben.

Die Einspeisung in das Stromnetz im Haus ist grundsätzlich genauso möglich wie bei „großen“ Solaranlagen. Das erfordert dann eine Anmeldung beim Stromnetzbetreiber und einen eigenen Zählerplatz. Dieser Aufwand ist so teuer, das sich das Kleinkraftwerk dann wirklich nicht mehr rechnet, aber es ist möglich.

Oft wird mit „Das Kraftwerk einfach in die Steckdose stecken“ geworben. Tatsächlich funktioniert das auch erstmal einwandfrei. Probleme gibt es an zwei Stellen: Einerseits stehen die Anschlußbedingungen der Stromnetzbetreiber dem Entgegen – wer einfach so ein Kraftwerk in die Steckdose steckt verstößt gegen die Vertragsbedingungen des Stromnetzanschlusses.

Andererseits besteht Brandgefahr, da die Sicherungen umgangen werden: Der Strom aus dem Balkonkraftwerk steht zusätzlich zu den üblicherweise 16 Ampere, die aus dem Stromnetz über die Sicherungen fließen, für Verbraucher im selben Stromkreis zur Verfügung. Das ist also nun insgesamt mehr Strom als die Sicherung eigentlich hergibt, und damit auch mehr Strom als das, wofür Kabel und Steckdosen vorgesehen sind. Mit etwas Pech kann das zu Bränden führen, die ohne das Balkonkraftwerk bloß die Sicherung zum Auslösen gebracht hätten. Dieses Problem lässt sich lösen, indem das Balkonkraftwerk an einem eigens abgesicherten Stromkreis angeschlossen wird, der keine Verbraucher versorgt.

Was tun?

Wer aus Interesse seinen Strom selber erzeugen will kann ohne größere Bedenken zugreifen. Die größte Absicherung gibt es bei Inselanlagen mit eigener Batterie, die nicht mit dem Stromnetz verbunden sind.

Reich wird man damit aber nicht.

Was ist mit Wind?

Auch Kleinst-Windräder können Strom zu Hause produzieren – aber nicht auf dem Balkon. Windräder benötigen halbwegs vernünftige, nicht zu turbulente Windströmungen. Direkt an Häusern ist das aber nicht gegeben.

Eigene Stromerzeugung aus Wind ergibt daher nur dann ernsthaft Sinn, wenn es möglich ist, einen Mast im Garten aufzustellen. Dafür braucht man eine Baugenehmigung – dies sollte mit Lieferanten, alternativ mit bauvorlageberechtigten Architekten oder Ingenieuren, abgesprochen werden.

In Wohngebieten gilt es, auch mit allen Nachbarn zu sprechen. Windräder im Garten können großen Unfrieden auslösen – wenn es überhaupt eine Baugenehmigung dafür gibt.

Wer trotz des zu erwartenden geringen Ertrags mit Windkraft am Haus experimentieren möchte greift möglichst zu einem Vertikalrotor-Windrad. Diese sind gegenüber Turbulenzen viel unempfindlicher als klassische Windräder mit horizontaler Achse. Wichtig ist auch, einen für Windräder geeigneten Laderegler oder Wechselrichter zu verwenden. Für Solar vorgesehene Geräte können nicht immer den schnellen Leistungsschwankungen folgen.

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Wie nutze ich den Dreifach-Schnelllader in Heide? [Update: Nochmal neue Preise]

Dreifach-Schnelllader Heide

Dreifach-Schnelllader Heide

Stecker

Das Ladegerät kann alle aktuellen Autos flott laden und hat für Alle einen passenden Stecker.

CHAdeMO, linker Stecker: Mitsubishi, Nissan, Peugeot, Citroen, Tesla S (schnell, mit Adapter)

CCS, mittlerer Stecker: VW, BMW

Typ2, rechter Stecker: Renault, Tesla S (langsamer, ohne Adapter), alle anderen Fahrzeuge

Im Zweifelsfall von links nach rechts probieren. Den ersten Stecker benutzen der passt. CHAdeMO und CCS können nicht gleichzeitig benutzt werden. Eine komplette Ladung dauert je nach Auto typischerweise unter 30 Minuten.

Standort

Fritz-Thiedemann-Ring 40, 25746 Heide, bei famila und Aldi

Größere Karte anzeigen

Bezahlmöglichkeiten

Der Strom ist kostenpflichtig. Die hier angegebenen Preise spiegeln den Stand von August 2016 wieder und können sich ändern.

Bezahlung ohne Vertragsbindung

Strom laden mit „intercharge direct“ mit Smartphone/Tablet/Laptop, bezahlen mit Kreditkarte oder Paypal, 42 Cent/Minute in 5-Minuten-Schritten.

Den QR-Code auf dem Aufkleber neben dem passenden Kabel mit dem Smartphone einscannen oder per NFC auslesen. Alternativ die auf dem Aufkleber aufgedruckte Ladepunktnummer hier eintippen (das geht auch per Laptop, oder indem man jemanden anruft der zu Hause vor einem Rechner sitzt):

https://m.intercharge.eu/evse/enter

Online die gewünschte Ladedauer und die Zahlungsdaten angeben. Beim Bäcker im famila ist ein öffentliches WLAN.

Wer kein Smartphone hat kann einen der Autostromverträge nutzen:

Bezahlung mit Autostromvertrag

Diese Autostromverträge werden akzeptiert:

  • Ladekarte und Schlüsselanhänger von The New Motion, Lichtblick, Stadtwerke Husum oder Autoclub Europa, 6 Cent/Minute (Typ2-Stecker) bzw. 36 Cent/Minute (CHAdeMO-/CCS-Stecker)
  • Ladekarte von Naturstrom, 15 Cent/Minute (Typ2-Stecker) bzw. 35 Cent/Minute (CHAdeMO-/CCS-Stecker)
  • Schlüsselanhänger oder Smartphone-App von Plugsurfing, 36 Cent/Minute
  • Ladekarte von BMW ChargeNow „Active“ oder „Flex“, kompliziertes zeitabhängiges Preismodell
  • EMiS-Ladekarte, 38,9 Cent/Minute

Ladekarte vor das Lesefeld unter dem Bildschirm halten, dann den Anweisungen im Display folgen.

Die Ladekarten sind bei den jeweiligen Anbietern erhältlich und funktionieren auch an tausenden anderen Ladepunkten in Deutschland.

Weiter geht’s

Durchreisende entlang der Autobahnen können die nächsten Schnelllader hier finden:

Norden: Netto-Supermarkt, Plantagevej 42, DK-6270 Tønder, Dänemark. 105 Kilometer entfernt.

Nordosten: Industrivejens Grillbar, Industrivej 22, DK-6330 Padborg, Dänemark. 93 Kilometer entfernt.

Osten: Team-Tankstelle Osterrönfeld, Kieler Straße 19, 24783 Osterrönfeld. 53 Kilometer entfernt.

Südosten: famila Quickborn, Pascalstraße 9, 25451 Quickborn. 89 Kilometer entfernt.

Süden: Metro-Markt, Großmoorbogen 1, 21079 Hamburg. 118 Kilometer entfernt. Außerdem mehrere weniger autobahnnahe Standorte in der Hamburger Innenstadt.

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Elektroautoakku leer – wird dabei leichter

Ein Verbrenner-Auto ist mit leerem Tank leichter, klar.

Ein Elektroauto auch.

Relativitätstheorie

Die in einem Körper, zum Beispiel einem Akku, enthaltene Energie entspricht seiner Masse multipliziert mit dem Quadrat der Lichtgeschwindigkeit (spezielle Relativitätstheorie). Als Formel:

E=m*c2

„Energie“ meint damit nicht nur die elektrische Energie in Akkus sondern alle „innere Energie“ zusammen, die immer in allen Dingen enthalten ist. An den Großteil dieser inneren Energie kommt man im Alltag nicht heran, es ist aber soviel, das damit sehr leistungsstarke Akkus möglich wären. Die gesamte innere Energie lässt sich nämlich nur sehr mühsam zur Fortbewegung nutzen, mit dem machbaren, aber ethisch problematischen, nuklearen Pulsantrieb.

Aber auch die in Akkus gespeicherte elektrische Energie zählt dazu. Holt man diese Energie aus dem Akku heraus, muss mathematisch gesehen entweder die Lichtgeschwindigkeit oder die Masse sinken, sonst wäre die Formel falsch. Die Lichtgeschwindigkeit ist aber ein fester Wert. Logischerweise wird daher der Akku tatsächlich leichter.

Im Auto

Man kann die Formel ausrechnen, dann ergibt sich für eine Kilowattstunde Energie eine Masse von 42 Nanogramm. Das ist recht wenig.

Im Akku-stärksten Serien-Elektroauto „Tesla S 90D“ wird der Akku leer also um insgesamt 3,78 Mikrogramm leichter.

Kann man das messen?

Theoretisch natürlich schon, praktisch aber nicht. Waagen mit Mikrogramm-Genauigkeit gibt es – die können aber bloß Gegenstände bis zu ein paar Gramm Gesamtgewicht ausmessen.

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Heute ist Welterschöpfungstag

Heute am 8.8.2016 ist Welterschöpfungstag. Wir (also alle Menschen auf der Erde) haben jetzt die natürlichen Ressourcen für das Jahr 2016 aufgebraucht. Ab Jetzt bis Jahresende lebt sich’s auf Pump.

2015 war es noch am 13. August. 1987 – gar nicht so lange her – war es am 19. Dezember. Das „konnten wir uns fast noch leisten“.

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